Filmabend in der bluebox Portstrasse

Videoprojektor

Die Oberurseler Amnesty-Gruppe hat in der „bluebox portstrasse“ am Dienstag, den 29.09.2020 um 20:00 Uhr den Dokumentarfilm „Yves‘ Versprechen“ gezeigt. Der Eintritt war, unter Einhaltung der geltenden Hygienebestimmungen, kostenfrei.

Der Film erzählt die Geschichte von Yves, einem Flüchtling aus Kamerun, der versucht, in Europa Fuß zu fassen und der heute in Spanien festsitzt. Die Regisseurin und Filmemacherin Melanie Gärtner nimmt Videobotschaften von Yves auf, macht sich damit auf den Weg nach Kamerun und überbringt Yves‘ Familie, die seit seinem Aufbruch vor acht Jahren nichts mehr von ihm gehört hat, ein lang ersehntes Lebenszeichen. Inzwischen hat seine Schwester die Rolle der Mutter übernommen, der Vater ist krank und braucht Medikamente, der jüngere Bruder bekommt sein eigenes Leben nicht in den Griff und hofft, dass Yves seine Probleme löst. Insgesamt erwartet die Familie, dass Yves, der doch im gelobten Europa angekommen ist, ihr Leben zum Bessern wendet. Falls er damit scheitert, ist eine Rückkehr für sie ausgeschlossen.
Der Dokumentarfilm macht auf beeindruckende Weise deutlich, dass ein Flüchtlingsschicksal nie alleine den auf der Flucht befindlichen Einzelnen betrifft, sondern dass daran stets auch andere Menschen beteiligt sind. Angehörige, die lieben, bangen, hoffen, erwarten, fordern.

Die Themen Flucht, Asyl und Migration haben die Oberurseler Amnesty-Gruppe in der Vergangenheit stark beschäftigt. Sie betreut geflüchtete Einzelpersonen und Familien aus verschiedenen Ländern, die allesamt schwere, teilweise traumatisierende Schicksale erleben mussten. Dabei werden Sprachkurse und Rechtsbeistand vermittelt, Personen zu wichtigen Terminen bei Ämtern begleitet und beratende Tätigkeiten wahrgenommen.

Während der Filmpause wurde eine Petition zugunsten des Menschenrechtlers Ahmed Mansoor unterstützt, der sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten seit 2017 in Haft befindet.

3. November 2020