Schreib für Freiheit: Amnesty Briefmarathon 2018 in Oberursel

Der jährlich zum Tag der Menschenrechte weltweit veranstaltete Amnesty Briefmarathon fand auch 2018 in Oberursel statt. Alle, die am Briefmarathon teilnehmen wollten, waren herzlich am Samstag, den 8. 12. 2018 in die Stadtbücherei Oberursel eingeladen. Die Aktion begann um 10:00 Uhr und endete um 13:00 Uhr. Die Kosten für die Versendung der Briefe übernahm Amnesty, falls die Briefmarken nicht ohnehin gespendet wurden. Die gesammelten Briefe wurden von der Amnesty Gruppe vor Ort mit Umschlägen versehen, frankiert und anschließend verschickt.

Zur Verfügung standen in diesem Jahr fünf Fälle, die in der Stadtbücherei zum Unterschreiben ausgelegt werden: Atena Daemi fordert die Abschaffung der Todesstrafe im Iran. Ihre Haltung hat sie mit friedlichen Mitteln in den sozialen Medien und bei einer Demonstration vertreten. Dafür ist sie zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Leben der Menschenrechtsverteidigerin Nonhle Mbuthuma ist in Gefahr. Grund dafür ist, dass sie sich gegen ein Bergbauunternehmen wehrt, das Titan auf dem Land der Amadiba in Südafrika abbauen will. Seit Jahrzehnten werden indigene Gemeinschaften in Indien genötigt, ihr Land aufzugeben, um Industrievorhaben Platz zu machen. Pavitri Manjhi wehrt sich gegen zwei Bauprojekte und wird deshalb eingeschüchtert. Die kenianische Regierung hat tausende Menschen der indigenen Bevölkerungsgruppe der Sengwer aus ihrem angestammten Waldgebiet vertrieben. Sie gefährdet damit das Überleben und die kulturelle Identität der Bevölkerungsgruppe. Bei großen Demonstrationen in der Rif-Region in Marokko haben Tausende Menschen mehr soziale Gerechtigkeit gefordert. Weil Nawal Benaissa die Proteste mit anführte, wird sie von den Behörden schikaniert.

Jedes Jahr fordern Hunderttausende Menschen weltweit anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10. Dezember Regierungen auf, gewaltlose politische Gefangene freizulassen und Unrecht zu beenden. Außerdem schicken sie Solidaritätsnachrichten an Menschen, deren Rechte verletzt werden.

Die unzähligen Briefe zeigen den Betroffenen und ihren Familien, dass sie nicht allein sind. Und sie machen Regierungen Druck: zu Unrecht inhaftierte Menschen werden freigelassen, diskriminierende Gesetzestexte geändert und politische Aktivistinnen und Aktivisten in ihrer Arbeit unterstützt und gestärkt.

Aktuelle Informationen zum Verlauf der Aktion können hier abgerufen werden.